Schloß Rheinsberg

Schloss Rheinsberg

Obgleich Rheinsberg eine Vielzahl touristisch interessanter Punkte vorzuweisen hat, bildet das Rheinsberger Schloss für Gäste der Stadt eine der am häufigsten besuchten Attraktionen. Es besticht sowohl see- als auch landseitig durch sein behutsam saniertes Äußeres und lädt mit einer umfangreichen Sammlung wertvoller Kunstgegenstände zu einer Reise durch seine wechselvolle Geschichte ein...

Schloss Rheinsberg

Die Anfänge

Die heute so idyllisch wirkende Lage von Schloss Rheinsberg ist keineswegs dem Zufall oder einer bewussten Entscheidung des Bauherrn geschuldet. Schon im Mittelalter bildete die in den Grienericksee hineinragende Landzunge den idealen Standort für eine Wasserburg, die der Verteidigung bzw. dem Schutz der Stadt und ihrer Bürger diente. Erst um 1566 ließ der damalige Herrscher der Rheinsberger hier ein Schloss errichten, das dem seinerzeit beliebten Renaissance-Stil entsprach.

Nachdem das Gebäude 1618 weiter veräußert und während des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt worden war, geriet Schloss Rheinsberg zum Gegenstand zahlreicher Schenkungen: Über Kurfürst Friedrich Wilhelm, dessen General Franz du Hamel, Benjamin Chevenix de Beville und den preußischen König fiel es 1736 schließlich an Kronprinz Friedrich, der es noch im selben Jahr bezog.

Die Blütezeit

In seinem Auftrag nahmen die Baumeister Kemmeter und Knobelsdorff umfangreiche Erweiterungsarbeiten am Rheinsberger Schloss vor; sie setzten dem ursprünglich nur einstöckigen Gebäude ein Obergeschoss auf und fügten dem östlichen Trakt einen 25 Meter langen Anbau hinzu. Der Prinz selbst nutzte Schloss Rheinsberg als Gründungsstätte für die erste Freimaurerloge auf preußischem Boden und verbrachte hier urkundlich belegt die "glücklichste Zeit" seines Lebens.

Da er seinen Pflichten als König von Rheinsberg aus nicht nachkommen konnte, verschenkte Friedrich das Gebäude bereits wenige Jahre nach der Thronbesteigung an seinen jüngeren Bruder Heinrich. Dieser ließ nicht nur das Schloss, sondern auch das dazugehörige Gelände nochmals umfangreich erweitern. Nach seinen Plänen entstanden unter den Architekten von Boumann, Langhans und Hennert u.a. die beiden Pavillons und der Park von Schloss Rheinsberg.

Schloss Rheinsberg

Die weitere Nutzung

In den darauffolgenden Jahren erlangte die Anlage vor allem auf literarischem Gebiet Bedeutung: sowohl Theodor Fontane als auch Kurt Tucholsky setzten Schloss Rheinsberg und seinem beispielhaften Gartengelände unsterbliche Denkmäler. Dank der liebevollen Schilderung in ihren Werken ist ein Ausflug hierher noch immer der Inbegriff von Romantik und echter Zuneigung.

Nachdem Schloss Rheinsberg zu DDR-Zeiten eine eher praktische Bedeutung als Klinik für Diabetes-Erkrankungen zukam, erstrahlt es nach aufwändigen Sanierungsmaßnahmen in den 1990-er Jahren heute wieder in alter Pracht. Die Innenräume legen auf eindrucksvolle Weise Zeugnis vom Leben und Wirken ihrer früheren Bewohner ab und beherbergen eine umfangreiche Sammlung friderizianischer und frühklassizistischer Möbel, Dekorationsobjekte und Kunstgegenstände.

Darüber hinaus bieten Schloss Rheinsberg und seine Nebengebäude zahlreichen kulturellen Einrichtungen Raum; hier haben u.a. das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, das Schlosstheater sowie die Bundes- und Landesmusikakademie ihre Wirkungsstätte.

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